Vera Brittain: Vermächtnis einer Jugend

„Ich verschlinge geradezu ein Buch von Vera Brittain, ein sehr gutes Buch. Die neue Art, die harte, qualvolle Art, in der die Jungen schreiben, in der ich nie schreiben könnte.“ Das schrieb Virginia Woolf 1932, als das Buch erstmals veröffentlicht wurde. Und sie hat recht: Das Buch liest sich gut, es ist der typische Stil der englischen Literatur im frühen 20. Jahrhundert.

Vera Brittain beschreibt ihre Kindheit und Jugend, über jene Generation, die in den 1890er Jahren geboren wurde, und die ihre Jugend im 1. Weltkrieg verlor. Es ist eine Stimme der Revolte, der Emanzipation, nicht nur der Frauen, sondern einer Jugend, die nach dem Krieg eine Gesellschaft vorfand, die nach Veränderung schrie. Vera Brittain wurde nach ihrer Zeit als freiwillige Krankenschwester im Krieg nicht nur eine erfolgreiche Schriftstellerin und Kollegin von Virginia Woolf, sondern auch eine kämpferische Pazifistin und Feministin. Die Wiege dazu lag in ihrer Schulzeit, als sie von Lehrerinnen angeregt wurde, zum Studium nach Oxford zu gehen. Ein „Nein“ war anfangs die Reaktion ihrer Eltern und dessen Bekanntenkreises, ganz tief verwurzelt im unaufgeklärten, viktorianischen Zeitalter. Doch Vera beginnt zu kämpfen, für ihr Recht auf Bildung, für eine Zukunft. Ein großes Vorbild, auch für die heutige junge Generation.

Brittain, Vera
MSB Matthes & Seitz Berlin
ISBN/EAN: 9783957576118
30,00 € (inkl. MwSt.)