Thomas Bernhard: Städtebeschimpfungen. Gelesen von Peter Simonischek und Michael König.

Augsburg, das »muffige verabscheuungswürdige Nest«, die »Lechkloake«. Überhaupt: »Salzburg, Augsburg, Regensburg, Würzburg, ich hasse sie alle, weil in ihnen jahrhundertelang der Stumpfsinn warmgestellt ist.« »Bremen verabscheute ich vom ersten Moment an, es ist eine kleinbürger­liche unzumutbare sterile Stadt.«

Ohne Zweifel: Thomas Bernhard war nicht nur ein großartiger Schriftsteller, er war auch ein großartiger Städtebeschimpfer. Eine Kunst, die er mit Leidenschaft und Verve pflegte: Da wurden Berlin genauso die Leviten gelesen wie Wien, er wetterte über Bremen genauso wie über Bad Gastein. Immer sprachlich brillant und dem Hörer insgeheim aus dem Herzen sprechend.

Das Hörbuch, gelesen von Peter Simonischek und Michael König, gibt hervorragend wieder, mit welchem Elan und welcher Abscheu Bernhard die Brutstätten des Kleinbürgertums beschimpfte. Zu hören kriegt man Auszüge aus diversen Romanen, Erzählungen, Briefen und Theaterstücken.

Jede Stadt scheint voller Stumpfsinn, Borniertheit, oder häßlicher Bauten und Gestank zu sein. Doch gibt es natürlich Abstufungen des Schreckens, der mal bösartig urban, mal aus der Provinz an den Tag tritt.

"Bernhards Beschimpfungen stellen sich oft als Wahrheiten heraus. Die Proteste, die sie hervorrufen, zeigen an, wie brüchig die Zivilisation schon damals geworden war – was Bernhard ja immer schon erahnt hatte."                             Dieter Braeg, junge Welt

Bernhard, Thomas
Der Hörverlag
ISBN/EAN: 9783844526899
18,00 € (inkl. MwSt.)
Kategorie:
Hörbuch