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Buchtipps

Karlotta kehrt für die Beerdigung ihrer Großmutter nach Bremen-Nord zurück, wo sie ihre halbe Kindheit zusammen mit der Cousine Nisa verbracht hat und wo es meistens regnet. Nisa und die anderen traf sie täglich in der Schule und sonntags bei der gemeinsamen Oma. Karlottas Vater ist Armenier. In der Schlafzimmerschublade ist das Erbe der Familie, aber auch zwei Gegenstände für Frauen, deren Namen bisher keiner gehört hat. Auf einem Zettel steht lediglich ein Name und „Yerevan, Armenien“. Gemeinsam mit ihrem Vater macht sich Karlotta auf die Reise dorthin.

Die ich-Erzählerin ist auf Lesereise in Norddeutschland. Nach einer Lesung in Lübeck tritt beim Signieren eine Frau auf sie zu und behauptet, dass sie beide den selben Vater hätten. Für die Ich-Erzählerin beginnt eine lange Befragung ihrer selbst und ihrer bis dahin vermeintlichen Sicherheiten: das Familienkonstrukt ihrer Herkunftsfamilie gerät ins Wanken und auch ihr eigenes hinterfragt sie pausenlos.

Es war ein später Erfolg, als Bernardine Evaristo vor zwei Jahren die erste schwarze Autorin wurde, die den Booker Prize gewann. Erst mit dem sechsten Roman Girl, Woman, Other gelang ihr schließlich der internationale Durchbruch. Wenngleich es sich nicht um ein klassisches Manifest handelt, ist der Titel ihrer nun ins Deutsche übertragenen Lebensgeschichte durchaus passend gewählt.

Nachdem Hüseyin sein gesamtes Arbeitsleben in Deutschland im Drei-Schicht-System am Stahlofen bei 1500 Grad zugebracht hat und sämtliche Feiertags- und Wochenend-Schichten mitgenommen hat, um sich eine anständige Rente, den Kindern eine ordentliche Schulbildung und vor allem: eine schöne Wohnung in Istanbul leisten zu können, in die eine Woche nach ihm seine Familie nachkommen wird — stirbt Hüseyin am Tag des Einzugs in dieser Wohnung auf dem Eichenfurnier.

Drei Frauen sehen Beckett. Da ist Margot, Anfang 70, Professorin für Dramatik, seit vielen Jahren mit dem dement werdenden John verheiratet, der sie mittlerweile schlägt.

Wir alle kennen Shakespeares „Romeo und Julia“. So auch  Georgia, sie liebt all seine Stücke. Generell ist Georgia die totale  Romantikerin. Doch selber ist sie nie verliebt gewesen, hat nie jemanden geküsst und hatte nie eine Beziehung. Wahrscheinlich hat sie einfach noch nicht den Richtigen gefunden. Aber was wenn nicht? Was wenn es Liebe auch woanders gibt?

Die Ukrainerin Olenka trifft 2016 auf einer Parkbank in Helsinki beinahe zufällig ihre ehemalige Freundin und spätere erbitterte Rivalin Daria. Beide sitzen sie dort und beobachten eine vierköpfige Familie, mit der beide Frauen auf unheimliche, schicksalhafte Weise verbunden sind. 

Adélaïde Berthel ist Mitte 40, von ihrer Ehe angeödet, fühlt sich eingeengt, vermisst die Freiheit und das Gefühl des Verliebtseins. Sie verlässt ihren Mann und stürzt sich kopfüber – und recht naiv – in das Singleleben. Doch bereits beim Umzug in die neue Wohnung, blickt sie der Realität zum ersten Mal ins Auge: Ihren Lebensstandard kann sie vorerst nicht halten.

Seoul im Sommer. Eine Frau, die sich mit Leiharbeit in einem Pflegeheim über Wasser zu halten versucht und nebenher Wohnungen vermietet, sich jedoch selbst kleinste Reparaturen in diesen nicht leisten kann, und stets versucht, vor ihren Nachbarn ein gutes Bild abzugeben.

Pünktlich zum Jahresbeginn ist der neue Roman „Ende in Sicht“ von Ronja von Rönne erschienen. Der Titel lässt es schon vermuten – es geht um ernste Themen: Suizidversuche, Depression und unhaltbare Zustände. „Ende in Sicht“ erzählt die Geschichte von der 69-jährigen Hella und der 15-jährigen Juli. Beide wollen sterben. Und beide sind fest entschlossen es zu tun. Juli steht schon auf der Brücke, von der sie sich in den Tod stürzen will und Hella ist auf dem Weg in die Schweiz, dort wartet in einem Krankenhaus ein Giftcocktail.