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Buchtipps - Romane

Emil Cioran kommt im November 1933, kurz vor der Reichstagswahl, als Stipendiat der Humboldt-Stiftung an die Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin. Er kommt aus Transsilvanien, Rumänien, und will die Fächer Philosophie, Soziologie, Kunstgeschichte und Psychologie belegen. Von sich selbst behauptet er, er sei selbstmordgefährdet, ja verflucht. Emil Cioran wird von Otto Krause empfangen, seinerseits Medizin- und Philosophie-Student. 

In einem Yoga-Kurs im Bürgerzentrum lernen sich Armand, der einzige Mann im Kurs, und Elena kennen. Sie hält ihn für den Vater einer Schulfreundin ihrer Tochter. Stattdessen hat Armand aber einen Sohn, zu dem er wenig Kontakt hat. Elena war Lehrerin und in ihrer langjährigen Ehe läuft nicht mehr alles rund. Armand ist alleine, hat Schuldgefühle seinem Sohn gegenüber. Auf einer gemeinsamen Reise mit Elena zu Armands Sohn Antoni und dessen kleiner Familie tauchen alle Gefühle wieder auf. Wie ein Pendel schwingt der Roman zwischen den Erzählperspektiven Armands und Elenas hin und her.

Für die Galerie, in der sie arbeitet, will Nessa das komplette Atelier und einige Kunstwerke des in der Gegend berühmten Bildhauers Robert Locke ankaufen. Sie hatte ihn während ihres Kunststudium sogar erlebt und verehrte ihn seither. Es gibt kein Schriftstück zu Locke, welches sie nicht gelesen hat, kein Bild, kein Foto, welches sie noch nie gesehen hat. Im Zuge des Ankaufs führt sie zusätzlich regelmäßig Interviews mit Lockes Witwe.

Der 15-jährige Ich-Erzähler Jimmy lernt beim Geburtstag seiner Mutter die viel ältere Martha kennen, bei der die Mutter putzt. Jimmys Familie lebt in ziemlich prekären Verhältnissen, während Martha Grubers Villa auf einem großen Anwesen steht. Einige (zufällig herbeigeführte) Begegnungen und einen Ferienjob in Marthas Villa später hat er sich Hals über Kopf in sie verliebt.

Am Sterbebett ihrer Mutter haben sich Edmond und sein acht Jahre jüngerer Bruder Jules Goncourt das Wort gegeben, niemals zu heiraten und Edmond seiner Mutter, immer auf den jüngeren achtzugeben. Unterstützt wird der gemeinsame Haushalt von der langjährigen Haushälterin Rose, die zwar nicht gut kochen, dafür aber sonst jeden Wunsch, jede Angewohnheit der Schriftsteller-Brüder kennt. 

Die Bürgermeisterin von Barcelona wird erpresst. Es gibt vermeintlich ein kompromittierendes Video von ihr, dessen Verbreitung nur verhindert werden kann, wenn sie eine hohe Summe zahlt.  Melchor Marín kehrt als Verstärkung für kurze Zeit aus Terra Alta nach Barcelona zurück, um diesen Fall gemeinsam mit der Abteilung Erpressung und Entführung zu lösen. Dabei greift er gelegentlich auch zu nicht legalen Methoden, die ihm sogar helfen, mit seiner eigenen Vergangenheit aufzuräumen. 

„‚Ich bin nicht da‘ ist eine beeindruckende Errungenschaft. Wie ihre berühmten Vorgänger Tolstoi und John Irving, hat Spit einen literarischen Giganten erschaffen, der uns vor Augen führt, wie komplex und zugleich fragil das Leben wirklich ist.“, schreibt die Zeitung Nederlands Dagblad über den Roman der belgischen Autorin Lize Spit, die schon mit ihrem Debüt „Und es schmilzt“ beeindruckt hatte. 

„Ich habe immer gewusst, dass ich schreiben kann, als ginge es um mein Leben. Es geht um mein Leben.“ (S. 133) Eine Autorin geht mehrfach in eine Klinik, wo sie im Rahmen einer Elektrokrampftherapie mit Elektroschocks gegen manische Depressionen behandelt wird. Die Klinik nennt sie die Fabrik. Zwischendurch erinnert sie sich an ihr Leben davor und an das dazwischen: die Sprachlosigkeit mit den älteren Kindern, die Sehnsucht nach den jüngeren. Ihre verschiedenen Ideen, sich selbst das Leben zu nehmen.

Ein opulenter Lebensroman von Violeta, den sie, hoch betagt, aufzeichnet und ihrem Enkelsohn hinterlässt.

Zu heiß, zu voll, zu laut und zum Himmel stinkend: So ist das Delhi, das Ramesh Kumar seit seiner Geburt kennt. Als Sohn eines Teehändlers sieht er in seinem Vater sein eigenes Schicksal in Armut und ewigem Kampf heraus aus einer der niedrigsten Kasten Indiens vor sich.