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Rohstoffmacht Russland

Eine globale Energiegeschichte

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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783412524425
Sprache: Deutsch
Umfang: 264 S., mit 3 farb. Karten
Format (T/L/B): 2.3 x 23.5 x 16.3 cm
Auflage: 1. Auflage 2022
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

Noch in der späten Zarenzeit entwickelte sich Russland dank des Aufbaus einer modernen Erdölindustrie im Kaukasus zu einem der weltweit führenden Ölproduzenten und hat diese Stellung in der Sowjetzeit noch ausgebaut. Die Industrialisierung und der Aufstieg des Landes zur Weltmacht waren wesentlich mit der Fähigkeit des Landes verbunden, sein enormes Ressourcenpotential zu nutzen. Energie und Macht spielen auch heute zusammen. Das Putin-Regime nährt sich aus den Milliarden-Renditen, die aus dem Verkauf von Öl, Gas und anderen fossilen Energieträgern erzielt werden. Dabei verlief die Entwicklung der russischen Energiewirtschaft in den letzten einhundert Jahren parallel zu einer immer engeren energetischen Verflechtung mit der Welt, und insbesondere mit Europa, dem wichtigsten Absatzmarkt für russische Rohstoffe. Dieses Buch zeigt auf, dass das Denken über Energie die Dynamik der Ost-West-Beziehungen weit stärker beeinflusst hat, als die bisherige Forschung dies vermuten lässt. Es war im Bereich des Handels mit Öl und Gas, wo sogar zur Zeit des Kalten Krieges und über den Eisernen Vorhang hinweg Zusammenarbeit möglich war. Die Energiegeschichte und die Geschichte des Aussenhandels treten in den gängigen Darstellungen zur russischen Geschichte höchstens als Nebenschauplätze in Erscheinung. Dieses Buch rückt sie in den Mittelpunkt der Erzählung. Denn der Umgang Russlands mit seinem Rohstoffreichtum ist zentral, um den Entwicklungsweg des Landes und sein Verhalten in Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen.

Autorenportrait

Jeronim Perovic ist Direktor des Center for Eastern European Studies (CEES) und Titularprofessor fu¨r Osteuropäische Geschichte an der Universität Zu¨rich. Er befasst sich in Forschung und Lehre mit russischer Geschichte und der Geschichte des Balkans.

Schlagzeile

Energie war in der Vergangenheit Gegenstand von Konflikten, noch mehr aber Schmiermittel der internationalen Beziehungen. Weder Kriege, Krisen noch Revolutionen haben globale Energieflüsse je nachhaltig unterbinden können. Dieses Buch bietet einen konzisen Überblick über die Rolle Russlands als Exportmacht fossiler Energieträger vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart und erklärt, weshalb es gerade im Kalten Krieg trotz ideologischen und politischen Gegensätzen zu denjenigen energetischen Verflechtungen zwischen Russland und Europa kommen konnte, welche die Beziehungen zwischen dem westlichen und östlichen Teil des eurasischen Kontinents bis heute prägen.